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- Die Zahlen sollten von breitem Interesse sein. Geldwerte sind die beliebteste Aussage, abgeschlagen auf Platz zwei stehen Prozentwerte.
- Die Entwicklung soll deutlich verlaufen: stark nach oben oder nach unten. Die Nachricht soll gut oder schlecht sein, nie aber indifferent.
- Die Aussage soll so leicht faßlich sein, daß der Redakteur während des Öffnens der Post die Möglichkeit hat, sie zu begreifen und einen Abdruck in Erwägung zu ziehen.
- Der Zeitgeist soll - auch kontroversiell - genutzt werden.
Die Aussage der Infografik geht aus dem Titel hervor, z. B. Flaute auf der Wiener Börse. Erst im Untertitel steht die Inhaltsangabe der Statistik, z. B. Veränderung zum Vorjahr im internationalen Vergleich, Angaben in Prozent. Die Grafik selbst gilt dann nur noch als "wissenschaftlicher" Beweis für die Richtigkeit der von uns aufgestellten Behauptung.

- Keine Grafik ohne verständliche Maßeinheit. Erklärungstext auf dem gleichen Blatt.
- Quellen müssen immer angeführt werden, im Zweifel ist man sie selbst. Alter der Zahlen unterstreicht die Seriosität, ebenso das Erscheinungsjahr der Quelle.
- Der Nullpunkt muß klar erkennbar sein; wenn auf ihn verzichtet wird, muß eine Skala her. Zahlen sollen nach Möglichkeit in das dargestellte Statistikobjekt hineingeschrieben werden (in den Balken, in das Tortenstück).
- Künstliche Bruchstellen werden eingebaut, wenn der größte Wert die doppelte Größe des zweiten hat. Die Alternative zur unschönen Bruchstelle: erster Balken doppelt so breit oder zwei Balken hintereinander.
- Verwenden Sie nur einfache statistische Modelle: Stab- und Balkendiagramm, Entwicklungskurve als Linie oder räumlich, Torte
Nur bedingt einsetzbar sind Symbole als Größenordnung. Sie sollen nur auf ein vorbereitetes Umfeld (Fachzeitschriften) losgelassen werden. Das gilt auch für Piktogramme und Kartogramme. Für den Zeitungseinsatz unbrauchbar sind Streu-, Koordinaten-, Strom- und Polardiagramme.
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Die statistische Infografik gibt schnell klare Auskunft. Sie zeigt glaubwürdig Tendenzen auf. Sie agiert mit scheinbar rationalen Parametern wie BIP, Prozent oder Mrd. Dollar. Es geht nach oben und unten.
Verwenden und benützen Sie nur einfache statistische Modelle, die Sie selbst verstehen:
- Stab- und Balkendiagramm, Entwicklungskurve als Linie oder räumlich, Torte.
- Statistik als Metapher.
Eine besonders in den USA beliebte Spielerei ist die Übersetzung der Statistik in Symbole. Diese Methode ist möglicherweise witzig und kreativ, dient aber nicht der Plausibilisierung. Sie soll nur auf ein vorbereitetes Umfeld (Fachleute und Fachzeitschriften) losgelassen werden.
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- zeigt Entscheidungsprozesse, z. B. eine Produktentwicklung
- gibt Einblick in komplizierte Zusammenhänge, zeigt Abfolgen, z. B. einen Betriebsablauf
- zeigt den Ort des Geschehens: Niederlassungen, Marktpräsenz, Zufahrtsplan
- bietet den Überblick: Das Organigramm bietet Hierarchien, Verflechtungen.
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Überall, wo die Antworten immer klarer ausfallen, ist die große Vereinfachung am Werk. Das birgt die Gefahren der Manipulation. Heute werden Infos eher als Zuspitzungen goutiert.
Der schmale Grad zwischen Vereinfachung und Manipulation wird auch dort beschritten, wo der kleine Ausschnitt zur Verdeutlichung der Aussage steht.
Der Vergleich internationaler Daten ist nicht nur durch unterschiedliche Erhebungsmethoden problematisch. Ein wichtiges Kriterium sollte der Pro-Kopf-Vergleich sein. Daß große Länder mehr Einheiten von Gut und Böse haben als kleine liegt auf der Hand, bringt aber wenig Information.
Neben den "erlaubten Geschmacksverstärkern" ist die automatische Dreidimensionalität neuer Computerprogramme eine Gefahr für die statistische Wahrheit.
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